Kein Recht haben und Recht bekommen

Focus Nr. 30, 21.07.2008, Seite 54 “Es ist egal, ob ich Recht habe.“

Der Jurist Christoph Arnold erklärt den täglichen Betrug vor Gericht und wie Rechtsirrtümer Anwälte reich machen. Rechtsirrtümer als Arbeitsbeschaffungsmassnahme.

“Ich wäre sicherlich ein schlechter Anwalt, würde ich nicht in jedem Fall versuchen, mein Recht zu bekommen. Dabei spielt es heutzutage kaum noch ein Rolle, ob ich tatsächlich im Recht bin. …Das Recht ist eine dehnbare Formel, ein abstrakter Begriff, der mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Im Prozess geht es um das, was ich beweisen kann und was nicht. Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen. ”

Focus Nr. 30, 21.07.2008, Seite 86 Leserbrief Dr. Behne (Tagebuch: Zu langsam für Gerechtigkeit).

„Seitdem ich Zeuge war, wie ein Anwalt seinem potenten Klienten sagte: Besorgen Sie sich doch einen schwurfesten Zeugen, seitdem ich mehrhfach erlebte, wie verwerflich kriminiell die Anwaltschaft sein kann, nehme ich an, dass Jurastudenten systematisch gelehrt wird, wie man mit Winkelzügen und Deutung von Paragrafen das Recht verdrehen und missbrauchen kann.“

FOCUS: Wer besser lügt, gewinnt?

Arnold: Na ja, ganz so schlimm ist es noch nicht. Aber es ist schwieriger als früher geworden, für seinen Mandanten ein positives Urteil zu erstreiten. Betrug scheint in unserer Bevölkerung zum Volkssport geworden zu sein.

http://www.focus.de/finanzen/recht/deutschland-es-ist-egal-ob-ich-recht-habe_aid_319061.html

 

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